Die Cameron-Formel
Ein alternativer Rennzeit-Vorhersager mit einer exponentiellen Distanzkorrektur.
Die Cameron-Formel, die 1997 von Dave Cameron desenvolvido wurde, sagt Rennzeiten mit einem exponentiellen Korrekturfaktor voraus, der mit der Distanz variiert. Im Gegensatz zur Riegel-Formel mit festem Exponenten ist Camerons Korrektur größer, wenn das bekannte Rennen kurz ist — wo die anaerobe Kapazität eine größere Rolle spielt — und nimmt ab, wenn die bekannte Distanz wächst.
DIE FORMEL
T2 = T1 × (D2/D1) × [f(D1) / f(D2)]
f(d) = a + b × e(-d/c)
Wie die Korrektur funktioniert
Die Funktion f(d) = a + b × e^(-d/c) nimmt mit zunehmender Distanz ab. Für jedes Rennen, das länger als ~10 km ist, nähert sich der exponentielle Term Null an und f(d) ≈ a.
Bei der Vorhersage aus einer kurzen Distanz (5K) ist f(D1) deutlich größer als f(D2), sodass das Verhältnis 1 übersteigt — was eine konservativere (langsamere) Marathonzeit vorhersagt. Dies spiegelt die Realität wider, dass die 5K-Leistung mehr auf VO2max und Schnelligkeit beruht als auf der aeroben Ausdauer, die für einen Marathon benötigt wird.
Bei der Vorhersage aus einer moderaten Distanz (10K) ist die Korrektur gering — 10K ist bereits ein guter aerober Prädiktor — daher liefert Cameron eine etwas optimistischere Marathonschätzung.
Beispiel
Du bist einen 10K in 42:00 gelaufen. Was ist dein vorhergesagter Marathon?
f(10) = 0.000495 + 0.000985 × e^(-10/1.4485) ≈ 0.000496
f(42.2) ≈ 0.000495 (exponential ≈ 0)
T2 = 2520 × (42.195/10) × (0.000496/0.000495)
T2 ≈ 10,666 s ≈ 2:57:46
Riegel liefert ~3:13:00 für denselben Input — ein Unterschied von ~15 Min.
Cameron vs. Riegel — wann man welche verwendet
| Bekannt → Ziel | Cameron | Riegel | Differenz |
|---|---|---|---|
| 5K (20:00) → 10K | 42:24 | 41:41 | +43s (Cameron konservativer) |
| 5K (20:00) → Marathon | 2:59:23 | 3:11:49 | −12min (Cameron optimistischer) |
| 10K (42:00) → Marathon | 2:57:46 | 3:13:00 | −15min (Cameron optimistischer) |
Keine der Formeln berücksichtigt Gelände, Trainingshistorie oder Bedingungen am Wettkampftag. Nutze sie als Anhaltspunkte, nicht als Garantien.
Teste beide Formeln nebeneinander
Gib ein bekanntes Rennergebnis ein und vergleiche Riegel- vs. Cameron-Vorhersagen.
Cameron-Formel: Wann und wie du sie einsetzt
Die Cameron-Formel, 1997 von Dave Cameron entwickelt, sagt Rennzeiten mithilfe eines exponentiellen Korrekturfaktors voraus, der mit der bekannten Distanz variiert. Im Gegensatz zu Riegels festem Exponenten wendet Cameron eine größere Korrektur an, wenn die Ausgangsdistanz kurz ist — wo die anaerobe Kapazität eine größere Rolle spielt — und eine kleinere Korrektur, wenn die Distanz in Richtung 10K und darüber hinaus wächst.
In der Praxis ist Cameron tendenziell konservativer als Riegel, wenn lange Rennen aus kurzen Leistungen vorhergesagt werden (z. B. 5K → Marathon), und etwas optimistischer bei Vorhersagen aus moderaten Distanzen (z. B. Halbmarathon → Marathon). Bei Vorhersagen zwischen benachbarten Distanzen stimmen beide Formeln eng überein. Der Rechner auf Calcpace führt beide parallel aus, sodass du sie vergleichen kannst.
Keine der Formeln ist universell genauer — beide sind empirische Modelle mit bekannten Grenzen. Der nützlichste Ansatz ist, die Spanne zwischen beiden Ergebnissen als Konfidenzintervall für deine Zielzeit zu betrachten. Wenn Riegel 3:10 und Cameron 3:18 anzeigt, liegt ein realistisches Ziel irgendwo in diesem Korridor — vorausgesetzt, dein Training entspricht der Zieldistanz.
Wie funktioniert das?
Wann sollte ich Cameron statt Riegel verwenden?
Verwende Cameron, wenn du ein langes Rennen aus einer kurzen Distanzleistung vorhersagst, insbesondere von einem 5K auf einen Marathon. Cameron ist in diesem Szenario konservativer, weil er berücksichtigt, dass der 5K mehr auf Schnelligkeit als auf der aeroben Ausdauer beruht, die für einen Marathon erforderlich ist. Bei Vorhersagen zwischen benachbarten Distanzen (10K → Halbmarathon) liefern beide Formeln sehr ähnliche Ergebnisse.
Welche Formel ist genauer?
Keine ist universell überlegen. Beide wurden aus großen Renndatenbanken abgeleitet und erfassen unterschiedliche Aspekte des Distanz-Tempo-Zusammenhangs. Die tatsächliche Genauigkeit hängt von der Qualität der Anstrengung, dem Streckenprofil, dem Wetter und der Trainingsspezifität ab — nichts davon modelliert eine der Formeln. Führe beide aus und nutze die Spanne.
Kann ich diese Vorhersagen für Ultramarathons verwenden?
Nein — beide Formeln wurden an Straßenrenndaten bis zum Marathon kalibriert. Bei Ultradistanzen (50K, 100K, 100 Meilen) wird die Leistung von Ernährung, Schlaf, Gelände und mentaler Stärke dominiert, die keine tempo-basierte Formel erfasst. Streckenspezifische Datenbanken und Trainerberatung sind für Ultras weit zuverlässiger.